16.04.2021

Kein Lockdown für die Familien-Beratungsstellen in Montabaur und Lahnstein

WESTERWALD-RHEIN-LAHN - Es ist aktuell keine leichte Zeit, in der wir leben. Die Corona-Krise setzt allen zu und bringt viele Familien in Situationen, in denen sie dringend Hilfe benötigen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben seit dem letzten Jahr die Möglichkeit, die digitalen Angebote der integrativen Familienberatungsstelle und die Angebote der Schulsozialarbeit Lahnstein und Montabaur zu nutzen.

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Das Jahr 2020 hat gezeigt, wie sehr die Gesellschaft und die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen auf die Digitalisierung angewiesen sind. Zuvor wurde dieses Thema stark unter der Prämisse „wirtschaftliche Entwicklung“ diskutiert. Im letzten Jahr hat die Digitalisierung durch Homeschooling und Home-Office mit einer rasanten Entwicklung starken Einfluss auf die Familie „zu Hause“ genommen.

 

„Wir alle sind durch die Corona-Pandemie mit einer Situation konfrontiert, die uns als Einzelne wie auch als Familien und als Gesellschaft vor ungewohnte Herausforderungen stellt - nicht nur ökonomisch und medizinisch, sondern auch aus zwischenmenschlicher und psychologischer Sicht", betont Thomas Jeschke, Stellenleiter der Familienberatungsstellen beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn.

 

Die integrative Familienberatung (Erziehungs-, Trennungs-, Paar- und Lebensberatung) und Schulsozialarbeit hat sich frühzeitig und unmittelbar dieser Situation gestellt, indem sie die Beratungsstellen zusammen mit den Außenstellen „digitalisiert“ haben. So konnte zu den Familien über den digitalen Weg trotz Ausnahmesituation Kontakt gehalten bzw. aufgebaut werden. Online-Beratungen erfordern generell eine Rückantwort innerhalb von 48 Stunden, können von meist jedoch kurzfristiger und zeitnah umgesetzt werden. Die Familien fühlen sich in ihren Beratungsanfragen nicht alleine und wissen, dass sie mit einer „alternativen“ Form begleitet werden.

 

Das hat am Anfang bei den Klient*innen so etwas wie Überraschung ausgelöst: „Oh, da geht ja was!“ und im weiteren Verlauf Dankbarkeit, weil auch über die digitale Technik Begleitung, Antworten auf Fragestellungen und lösungsorientierte Ansätze durch die Mitarbeiter*innen des Caritasverbands Westerwald-Rhein-Lahn erfahren werden durften.

 

Ihr Kontakt

Holger Pöritzsch

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Philipp-Gehling-Straße 4
56410 Montabaur

Digitalisierung: Win-Win für die Zukunft

Eine zentrale Erfahrung – auch für die Zukunft – war die Erkenntnis, dass Motivation und gemeinsamer Einsatz für das Gelingen der Umsetzung eine entscheidende Rolle spielen. Normalerweise haben neue Projekte einen gewissen Vorlauf. Bei diesem Projekt gelang es, in gerade mal zwei Monaten zu starten und dann „dran“ zu bleiben. Das Projekt hat „Energie freigesetzt“, weil es sowohl bei den Klient*innen als auch bei den Berater*innen als echte Bereicherung des Beratungsangebotes erlebt wird. Das ist eine echte Win-Win-Situation.

Es ist vollkommen klar, dass dieser digitalisierte Standard in der Beratung fortgeführt und verfeinert wird. Die Online-Beratung und insbesondere die videogestützte Beratung wird gut genutzt und dankbar angenommen. Familien werden in vielfacher Weise entlastet. Beratungen können weiterhin zeitnah angeboten werden und räumliche Distanzen auf dem Land können besser überbrückt werden.

Klient*innen können zu Hause beraten werden, wenn ihre persönliche Situation ein Vorbeikommen in der Beratungsstelle durch Mehrfachbelastungen nicht zulässt. Getrennte Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht wohnen manchmal weit auseinander und können digital für ein Gespräch leichter zusammenkommen.

Kontakte über Caritas.de

Der Kontakt zu den einzelnen Beratungsstellen erfolgt über die Plattform des Deutschen Caritasverbandes (DCV). Durch die Zuordnung von Postleitzahlen ist gewährleistet, dass die Anfragenden aus den entsprechenden Regionen kommen, also aus dem Westerwaldkreis oder dem Rhein-Lahn-Kreis.

Die Onlineberatung erfolgt auf Wunsch anonym und ist kostenfrei. Ein weiterer großer Pluspunkt: Die Plattform des DCV bietet eine datensichere Kommunikation, unter anderem auch für die Zusendung von Unterlagen, falls dies im Rahmen der Beratung nötig ist.

Beratungsstellen brauchen Unterstützung

Trotz der Widrigkeiten und dem Arbeiten unter besonderen Bedingungen war 2020 in Bezug auf die Fallzahlen in der Familienberatungsstelle Montabaur das stärkste Jahr in über 50 Jahren Familienberatung im Verband. Dies wäre ohne die Hinführung dieses Projektes in Richtung Digitalisierung, die Förderung der Caritas-Gemeinschaftsstiftung für die technische Ausstattung und die fundierte Fortbildung der Kolleg*innen in diesem Bereich nicht möglich gewesen.

Da die psychologischen Beratungsstellen jedoch nicht ausfinanziert sind und von Zuschüssen leben, stellt sich für die Zukunft weiterhin die Frage nach der finanziellen Absicherung.

Kontakt zu den Beratungsstellen

Für den Rhein-Lahn-Kreis: Caritas-Zentrum in Lahnstein, Telefon (02621) 92 08 60,
E-Mail an familienberatung-rl@cv-ww-rl.de.

Für den Westerwaldkreis: Caritas-Zentrum in Montabaur, Telefon (02602) 16 06 22,
E-Mail an familienberatung-ww@cv-ww-rl.de.

Online-Beratung ist möglich unter www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung

Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung förderte das Projekt mit rund 2.500 Euro. Ohne die Unterstützung von Spendern und Stiftern wäre das nicht möglich gewesen. Bitte helfen auch Sie der Caritasstiftung dabei, solche wertvollen Projekte weiterhin zu verwirklichen.

Letzte Aktualisierung

26.04.2021

Aktuelles aus dem Bistum

Flutkatastrophe: 100.000 Euro Soforthilfe

Limburg - Das Bistum Limburg und der Diözesancaritasverband spenden 100.000 Euro an die Betroffenen der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands. Gleichzeitig rufen beide zu Spenden auf.

Referent*in Fundraising (w/m/d) 50%, mit dem Schwerpunkt Fördermittel und Stiftungswesen

Wir lieben Fundraising - Sie auch? Dann sind Sie bei uns richtig!

250.000 Euro für die Beratungsdienste der Caritas - Diözesancaritasverband und Bistum Limburg richten Corona-Fonds ein

Limburg/Wiesbaden/Frankfurt/ Wetzlar/Taunus/ Westerwald - Damit Notfälle nicht warten müssen: Der Caritasverband für die Diözese Limburg e. V. und das Bistum Limburg haben einen eigenen Corona-Fonds „Beratung“ aufgelegt. Insgesamt 250.000 Euro werden für die Psychologischen Beratungsdienste der Caritas, die in der Corona-Pandemie einen enormen Anstieg der Anfragen verzeichnen, bereitgestellt. „Not sehen und handeln – gemäß unserem Leitwort können wir mit unserem gemeinsamen Corona-Fonds nun kurzfristig und unbürokratisch die Beratungskapazitäten der Caritas ausweiten. Auch mit derzeit sinkenden und niedrigen Inzidenzen werden wir weiter mit den Auswirkungen der Pandemie konfrontiert sein“, erklärt Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner.

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