20.08.2020

Zusammen kochen, essen und zusammenwachsen: Gemeinschaftsküche für die stationäre Jugendhilfe

BAD HOMBURG – „Das Herz des Hauses schlägt in der Küche“, so lautet ein bekanntes Sprichwort, das auch für die Wohngruppen von St. Christophorus im Hochtaunus gilt. Als beschlossen wurde, dass der Wohnverbund im April 2020 aus einer kleinen Wohneinheit in Ober-Erlenbach in eine wesentlich größere Einrichtung nach Bad Homburg ziehen soll, musste auch in eine neue Küchenausstattung investiert werden. Nur so können sich die Jugendlichen ihrem neuen Heim wirklich wohlfühlen.

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Damit Kinder und Jugendliche sich in der Lebenswelt der stationären Jugendhilfe gut einleben und ihre sozialen Kompetenzen ausbauen können, sind die leibliche Versorgung und das gemeinsame Zubereiten von Speisen wichtige Faktoren. Durch den Umzug und die neue Kücheneinrichtung, die durch die Caritas-Gemeinschaftsstiftung im Bistum Limburg mitfinanziert wurde, konnten die Bedingungen dahingehend deutlich verbessert werden.

 

Die jungen Bewohner, die bereits vor dem Umzug in einer der Wohngruppen lebten, können die „alte“ Küche mit der „neuen“ Küche vergleichen. Vom Ergebnis sind die Jugendlichen sehr beeindruckt, denn: In der alten Einrichtung befand sich der Küchenbereich in einem separaten Raum abgegrenzt vom Essbereich. Dieser Raum ließ nur wenig Platz für ein gemeinschaftliches Kochen zu.

 

In der neuen Einrichtung ist die Küche nun mit dem Essbereich verbunden bzw. nur durch eine Arbeitsfläche abgegrenzt. Beim gemeinschaftlichen Kochen können die Jugendlichen ihre sozialen Fähigkeiten ausloten und nachhaltig verbessern; sie erfahren klar strukturierte Abläufe und lernen ihrerseits, die Vorgaben verlässlich einzuhalten.

 

Die Küche wird täglich für die Zubereitung von Frühstück, Mittagessen und Abendessen genutzt. Eine professionelle Hauswirtschaftskraft führt die Regie und leitet die jungen Menschen bei der Zubereitung von Mahlzeiten an. Um die Selbstorganisation der Jugendlichen zu stärken, ist die Küche nicht 24 Stunden am Tag zugänglich, sondern wird nur zu vereinbarten Zeiten gemeinsam genutzt.

Ihr Kontakt

Holger Pöritzsch

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Philipp-Gehling-Straße 4
56410 Montabaur

Moderne Einrichtung für neues Lebensgefühl

Die stationäre Jugendhilfe-Einrichtung des Caritasverbands für den Bezirk Hochtaunus ist im laufenden Betrieb umgezogen und hat ihre Kapazität in den neuen Räumlichkeiten von sechs auf elf Betten erhöht. Die neue Küche musste sich also an die gesteigerten Bedarfe anpassen und den täglichen Abläufen der Bewohner entsprechen. Mithilfe der Stiftungsgelder konnte die Küche entsprechend ihrer Verwendungsintensität mit hochwertigen Elektrogeräten bestückt werden. Diese ermöglichen die tägliche professionelle Bewirtschaftung eines Hauses mit elf Bewohnern.

 

Es wurde eine vollständige Einbauküche erworben mit:

  • Abfalltrennsystem
  • Einbauspüle mit Mischbatterie
  • zwei Einbau-Backöfen
  • Induktionskochfeld
  • Lieferung, Montage und Installation sämtlicher Anschlüsse

 

Ein Raum für Gemeinschaft und positive Erlebnisse

Die Jugendlichen können durch die gemeinsame Nutzung der Küche tagtäglich in ihrer Eigenständigkeit und in ihren sozialen Kompetenzen gestärkt werden. Zudem lernen sie gesunde Lebensweisen kennen und was die Zubereitung von frischen, gesunden Nahrungsmitteln ausmacht. Das gemeinsame Einnehmen der Mahlzeiten, die Rituale und Gewohnheiten haben eine zusätzliche soziale Funktion – einerseits zum kommunikativen Austausch, andererseits ebenfalls um die sozialen Fähigkeiten zu verbessern und mehr Sicherheit im alltäglichen Umgang zu erhalten.

 

Ein wesentlicher Aspekt von Lebenskompetenz ist die Fähigkeit, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Dafür wollen Jugendhilfe-Einrichtungen die Weichen stellen, Rahmen und Orientierung geben – und zwar in einem modernen, angenehmen Ambiente, das für die Bewohner ein Zuhause ist.

Angebotserweiterung durch den Umzug

Um das Angebot des Wohnverbundes auch auf weibliche und jüngere Bewohner auszuweiten, wurde eine geeignete Immobilie in Bad Homburg angemietet und komplett renoviert. Dafür mussten erhebliche Eigenmittel eingebracht werden.

 

Durch die grundliegende Sanierung des neuen Gebäudes musste sehr darauf geachtet werden, dass die verschiedenen Gewerke und Dienstleister sowie Lieferanten zeitlich gut abgestimmt arbeiten. Der selbst organisierte Umzug fand in der ersten April-Woche 2020 – mitten im Corona-Lock-Down und im laufenden Betrieb statt. Das stellte die Mitarbeiter vor die Herausforderung, gleichzeitig ihrer pädagogischen Arbeit nachzukommen und die neue Liegenschaft zu beziehen.

 

Bad Homburg verbindet mit seinen rund 50.000 Einwohnern ruhiges, ländliches Flair mit städtischem Leben. Dementsprechend sind auch die Wohngruppen angesiedelt: Das Haus für stationäres Wohnen in einem ruhigen Vorort, die Wohngemeinschaft zentral in der Stadt. Zusätzlich liegt Bad Homburg in der Rhein-Main-Region und bietet somit gute Chancen für Arbeitsplätze, aber auch sehr gute Infrastruktur bei Schul- und Ausbildungsangeboten. Auch das Angebot an Therapiestellen und Ärzten im Umkreis ist groß. Die Anbindungen an den Fernverkehr sind durch zahlreiche Knotenpunkte in der Region exzellent.

Über den Wohnverbund St. Christophorus

Ein stabiles Lebensumfeld, das gleichzeitig Raum gibt, sich selbständig zu entfalten, ist entscheidend für Jugendliche und Kinder, gerade in schwierigen Lebenssituationen. Der Wohnverbund St. Christophorus bietet seinen jungen Bewohnern all das: ein echtes Zuhause für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ab 6 Jahren, das Hilfe zur Selbsthilfe leistet.

 

Der Wohnverbund St. Christophorus besteht aus drei Wohngruppen, die jeweils unterschiedliche Intensitäten von Betreuung anbieten. Vom stationären Wohnen mit Tag- und Nachtbetreuung über eine teilstationäre Wohngruppe, inklusive Betreuung mit Rufbereitschaft bis hin zur Wohngemeinschaft, in der Hilfe bei Bedarf bereitsteht. Die Kinder und Jugendlichen können die verschiedenen Modelle nacheinander durchlaufen und ihren eigenen Weg zur Selbständigkeit gehen.

 

Die Wohngruppen bieten enge Kooperationen mit örtlichen Vereinen oder kirchlichen Einrichtungen und sind generell sehr gut in die Strukturen vor Ort integriert: Die Kinder und Jugendlichen finden Angebote wie Jugendzentren, Sporttrainer und Freizeitmöglichkeiten vor. Zudem sind die Wohngruppen bewusst sehr klein gestaltet. Bei jeweils höchstens sechs Bewohnern ist sichergestellt, dass jeder und jede individuelle Unterstützung erfährt.

 

Durch großen gemeinschaftlichen Zusammenhalt, Engagement und finanzielle Unterstützung sind Umbau, Ausstattung und Umzug letztendlich geglückt. Wir wünschen den jungen Bewohnern eine gute Zeit in den neuen Räumlichkeiten und alles Gute für ihren weiteren Lebensweg!

Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung förderte die Ausstattung des neuen Küchen- und Essbereichs mit 10.000 Euro. Dies konnte durch die Unterstützung von Spendern und Stiftern ermöglicht werden. Bitte helfen auch Sie der Caritasstiftung dabei, Kindern und Jugendlichen in der Region ein Zuhause zu geben.

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