21.02.2022

Förderung des Programms „Babylotse“ in Trägerschaft des SkF Wiesbaden

Wiesbaden – Die Geburt eines Kindes ist ein überwältigendes Erlebnis und mit viel Freude verbunden. Manchmal wird diese Freude aber auch durch Ängste und Sorgen getrübt oder geht mit Veränderungen und Unsicherheiten einher. Die „Babylotsen“ helfen Müttern und Familien in Wiesbaden und Umgebung in dieser Phase.

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Nach einem großen Erfolg in der Lobbyarbeit ist es dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Wiesbaden gelungen, für das Programm „Babylotse“ ab 2022 eine fortlaufende Förderung durch die Stadt Wiesbaden zu erhalten. Der Verband hat somit nun die wichtige finanzielle Sicherheit, das Angebot am St. Josefs-Hospital fortzuführen sowie stufenweise an weiteren Wiesbadener Geburtskliniken zu implementieren.

 

Kernanliegen des Programms „Babylotse“ ist es, aus den Geburtskliniken heraus, Brücken in die Angebote und Netzwerke der Frühen Hilfen zu schlagen – und damit auch die Startchancen der Neugeborenen zu verbessern.

 

Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung hat von Beginn an den Verband in der zunächst Fördermittelfinanzierten Aufbauphase unterstützt und ist somit sehr glücklich, dass das Projekt den wohlverdienten Zuschlag für eine fortlaufende Finanzierung erhalten hat.

 

Die speziell qualifizierten Babylotsinnen stehen seit Anfang August 2018 allen werdenden Eltern im St. Josefs-Hospital zur Seite, die Fragen rund um die Geburt haben. Sie unterstützen die Mütter und Familien auch bei besonderen Problemen, wie z. B. psychische Belastungen, Überlastung im Alltag, Isolation und Einsamkeit, Armut, junge Mutterschaft oder Verständigungsschwierigkeiten. Entlastung und Hilfe in einem frühen Stadium sollen vermeiden, dass Krisen überhaupt erst entstehen.

 

Ihr Kontakt

Dr. Marina Schmitt

Geschäftsführerin
Platter Straße 80
65193 Wiesbaden

Die Beratung ist freiwillig und kostenlos und hilft, die Gesamtsituation der Familie nachhaltig zu stabilisieren.

Kooperation für einen guten Start ins Leben

Initiator und Träger des Angebots ist der SkF e. V. Wiesbaden. Die großzügige finanzielle Unterstützung des Angebots erfolgte von August 2018 bis Ende Juli 2021 durch die Caritasstiftung, die Deutsche Fernsehlotterie und die Crummenauer-Stiftung des Bistums Limburg. In dieser Zeit haben die Babylotsinnen Fragebögen von mehr als 3.500 Familien ausgewertet. Jede fünfte Familie hatte Unterstützungsbedarf.

Anhand der Fragebögen lassen sich psychosoziale Bedarfe erkennen. Bei vorliegendem Bedarf wird den Eltern ein Gesprächsangebot gemacht, um die Überleitung an bedarfsgerechte Angebote sicherzustellen. Konkret geht es dabei um die Klärung von Fragen rund um die medizinische Versorgung des Kindes, dem Finden der richtigen Familienhilfe, über Hilfe bei Anträgen, Behördengängen oder die Hilfe bei der Überwindung von Sprachproblemen.

Erfolgreich ist die Arbeit der Babylotsinnen, wenn eine belastete Familie nach einem klärenden Gespräch in einer oder mehreren Einrichtungen der Frühen Hilfen passgenau und wohnortnah aktiviert worden sind. Bei den Babylotsinnen handelt es sich um sozialpädagogische Fachkräfte, die durch die Stiftung SeeYou intensiv geschult und begleitet werden. Vor Ort arbeiten sie eng mit Ärzt*innen, Hebammen und Schwestern zusammen.

Die Arbeit der Babylotsen hat einen hohen präventiven Charakter: Im Zentrum der Lotsendienste steht immer das Kindeswohl, also die Schaffung von bestmöglichen Entwicklungschancen für eine gesunde Kindheit. Einer möglichen Vernachlässigung und Gewalt gegenüber Neugeborenen begegnen Babylotsinnen mit ihrem präventiven Ansatz, indem sie Familien und Kinder in geeignete Hilfsangebote überleiten.

Bei Anzeichen einer Kindswohlgefährdung sind die Babylotsinnen verpflichtet, dies den Behörden zu melden – immer in vollständiger Transparenz gegenüber und nach Möglichkeit mit Einverständnis der betroffenen Eltern. Die Erfahrung zeigt, dass das Programm besonders Neugeborenen aus sozial benachteiligten Familien zu Gute kommt.

Über die Arbeit des SkF Wiesbaden

Der SkF e. V. Wiesbaden hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien zu unterstützten, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung und Hilfe angewiesen sind. Dort erhalten sie die notwendige Unterstützung und Förderung unabhängig von Herkunft, Religion oder Nationalität. Fünfzehn hauptamtliche Mitarbeiterinnen arbeiten in den Bereichen Schwangerenberatung, Frühe Hilfen, Prävention, Trennungsberatung und Mediation sowie rechtliche Betreuungen. Ein wichtiger Zugang von psychosozial belasteten Familien erfolgt über die Angebote der Schwangerenberatungsstelle.

Der SkF legt bei seiner Arbeit großen Wert auf die Niederschwelligkeit des Angebots. Die schwangeren Frauen und Mütter und die Themen, die sie unmittelbar beschäftigen, stehen stets im Vordergrund. Die Orientierung an den Ressourcen der Frauen ermöglicht es, Themen und Inhalte so zu vermitteln, dass die Frauen davon für ihren Alltag profitieren können.

Den erfahrenen sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen des SkF e. V. Wiesbaden gelingt es dabei immer wieder, eine Atmosphäre des Vertrauens und der Offenheit herzustellen, die von den Klientinnen sehr geschätzt wird. Zu den verschiedenen Angeboten im Bereich der Frühen Hilfen zählt auch die Kinderbetreuung, wodurch vielen Frauen erst die Teilnahme an den Angeboten ermöglicht wird. Außerdem können die Mitarbeiterinnen so auch die Interaktion zwischen Mutter und Kind beobachten und thematisieren. Die niederschwelligen Angebote helfen den Müttern vor allen Dingen, miteinander in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen, sich aus ihrem häuslichen Umfeld zu lösen und so der Gefahr der Isolation vorzubeugen.

Der SkF arbeitet aktiv mit an der positiven Gestaltung der Lebenssituation von Frauen und Familien in Wiesbaden und bringt seine Expertise in ein breites Netzwerk an kommunalen und kirchlichen Arbeitsgruppen und -kreisen ein. Dazu gehören die von der Stadt Wiesbaden initiierten Netzwerke „Baby“ und „Frühe Hilfen“, die lokalen, diözesanen Kooperationen im Bereich Schwangerenberatung, die Arbeitskreise „Frauengesundheit“ und „Interkulturelles Netzwerk“, diverse Vernetzungen auf Stadtteilebene sowie die Mitarbeit im diözesanen Sachausschuss „Ehe und Familie“.

Über das St. Josefs-Hospital

Kooperationspartner des SkF Wiesbaden ist die katholische Geburtsklinik des St. Josef-Hospitals Wiesbaden. Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden GmbH ist aus der pflegerischen Tätigkeit der Dernbacher Schwestern – der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ – in Wiesbaden hervorgegangen. Das Haus ist als rechtlich selbständiger Krankenhausbetrieb Tochtergesellschaft der St. Josefs-Hospital Wiesbaden Stiften. Das St. Josefs-Hospital begleitet Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit einem interdisziplinären Team aus Hebammen, Ärzt*innen der Frauenklinik, Kinderkrankenschwestern, der Anästhesie und Kinderärzt*innen.

Vor der Etablierung des „Babylotsen“-Programms kam bereits eine Mitarbeiterin des SkFs regelmäßig zur Beratung ins Hospital. Der Umfang reichte aber bei weitem nicht aus. Das neue Angebot stellt daher eine logische, sinnvolle und vor allem erfolgreiche Weiterentwicklung der bisherigen Tätigkeit des SkF Wiesbaden und des St. Josefs-Hospitals dar. Der Bedarf an derartiger psychosozialer Hilfe für (werdende) Mütter bzw. Familien ist im Raum Wiesbaden sehr hoch, ein entsprechendes Angebot bislang nicht vorhanden. Die Lotsendienste stellen keine Konkurrenz zu anderen Angeboten der Frühen Hilfen im Raum Wiesbaden dar.

Nach dem Modellprojekt am St. Josefs-Hospital zielt der SkF Wiesbaden als Träger auf eine regionale Skalierung und flächendeckende Arbeit der Babylotsen ab.

Über das Programm der „Babylotsen“

Initiiert, entwickelt und seitdem ständig optimiert wurde das Programm von der Stiftung SeeYou des Katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift in Hamburg. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien über den stationären Aufenthalt hinaus zu begleiten, ihr Leben mit und nach einer möglichen Erkrankung des Kindes bzw. mit hoher psychosozialen Belastungen zu meistern. Auf diese Weise fördert SeeYou die ganzheitliche Versorgung und Betreuung von Patienten und deren Familien auch in Zeiten moderner High-Tech-Medizin.

Babylotsinnen sind speziell ausgebildet, um die Bedarfe von jungen Familien zu erkennen und behutsam auf sie einzugehen. Ihre Grundqualifikation als Diplom-Sozialpädagoginnen und die von SeeYou entwickelte Fortbildung „Fachzertifikat Babylotse“ grenzt sie von anderen regional aktiven Lotsendiensten in der Qualität der Arbeit meist deutlich ab. Babylotsen kennen sich im „Frühe-Hilfen-Universum“ ihres Sozialraumes bestens aus und können Familien wohnortnah dahinführen, wo sie die für ihren speziellen Fall passende Beratung und Unterstützung erhalten.

Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung unterstützte die „Babylotsen“ in Wiesbaden mit über 7.700 Euro. Dies konnte durch die Unterstützung von Spender*innen und Stifter*innen ermöglicht werden. Bitte helfen auch Sie der Caritasstiftung dabei, die Arbeit im Bereich „Frühe Hilfen“ nachhaltig und sinnvoll zu fördern.

Letzte Aktualisierung

31.03.2022

Aktuelles aus dem Bistum

#30unter30: Stiftungsnachwuchs fördern

Limburg – Vom 28. bis 30. September 2022 findet in Leipzig der diesjährige Deutsche Stiftungstag statt. Die Initiative #30unter30 bietet 30 jungen Menschen unter 30 Jahren die Möglichkeit, kostenfrei an dem diesjährigen Stiftungstag teilzunehmen. In Workshops und in Begegnungen mit anderen Expert*innen aus der Branche, können sie aktiv Netzwerken und lernen, was es Neues im Bereich Stiftungswesen gibt.

Video zur „Aktionswoche Schuldnerberatung“ veröffentlicht

Limburg/Frankfurt/Wiesbaden/ Westerwald/Rhein-Lahn - Schon wieder eine Rechnung und drei Mahnungen. Die Briefe. Die vielen Briefe. Sie hätten sich schon längst kümmern müssen. Tom und Susi, so heißen die Protagonisten in einem neuen Erklär-Video, sind überschuldet. Pünktlich zur Aktionswoche Schuldnerberatung vom 30. Mai bis zum 5. Juni haben die Schuldnerberatungsstellen der Caritas im Bistum Limburg ein eigenes Erklärvideo zum Thema veröffentlicht. Die Aktionswoche steht in diesem Jahr unter dem Motto "... und plötzlich überschuldet". Das Video mit Zeichentrick-Charakter erklärt anschaulich, an wen man sich wenden kann, wie eine Schuldnerberatung abläuft, welche Unterlagen gebraucht werden und wie die Beraterinnen und Berater Hilfesuchenden zur Seite stehen.

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