23.05.2022

Fake News schnell entlarven: Sieben hilfreiche Tipps

BISTUM LIMBURG – Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine – insbesondere in Zeiten der Krise werden über Social-Media-Plattformen häufig Falschmeldungen verbreitet. Getarnt als seriöse Nachrichten sollen sie uns manipulieren. Neben einer gesunden Skepsis helfen einige Tipps, um sie zu entlarven und ihre Verbreitung zu begrenzen.

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Die Digitalisierung hat eine Flut an neuen Nachrichten-Kanälen hervorgebracht: Meldungen werden über E-Mails, Blogs, Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste verbreitet. Die Vielfalt stellt Nutzer*innen jedoch vor die Herausforderung, selbst entscheiden zu müssen, welche Information vertrauenswürdig ist und welche eventuell eine Falschmeldung, sogenannte Fake News, darstellen könnte.

 

Von Wahlkämpfen über die Corona-Pandemie bis hin zum Krieg in der Ukraine: Obwohl Fake News immer wieder entlarvt und angeprangert werden, hat das Prinzip oftmals Erfolg. Viele Nutzer*innen werden in die Irre geführt. Sie verbreiten die Meldungen spontan, ohne die Inhalte, Quellen und Herkunft kritisch zu hinterfragen.

 

Fake News zu erkennen, ist nicht immer einfach – aber es gibt einige Punkte, die Sie in der täglichen Mediennutzung beachten sollten.

 

Stellen Sie sich die folgenden Fragen und lesen Sie unsere Tipps. Denn: Eine gesunde Skepsis hilft dabei, die Verbreitung von Fake News zu begrenzen.

 

 

Ihr Kontakt

Heike Grelka

Team Spenden Stiften Strahlen
Über der Lahn 5
65549 Limburg an der Lahn

1. Ist die Meldung seriös gestaltet?

Eine reißerische Botschaft, schlechte Rechtschreibung, viele Ausrufe- und Fragezeichen, wenig faktischer Inhalt, viel Meinung – all diese Merkmale sprechen für einen fragwürden Bericht. Dazu kommen Widersprüche in der Argumentation, Übertreibungen, Verallgemeinerungen, Verharmlosungen, Polarisierung und Einseitigkeit.

 

Seriöse Meldungen zeichnen sich durch Sorgfältigkeit in der Sprache, korrektes Zitieren, die Verwendung von aktuellen Zahlen und Informationen aus verlässlichen Quellen und eine klare Kennzeichnung von Meinungen sowie die Ausgewogenheit von Positionen aus.

2. Worauf bezieht sich der Inhalt?

Manche Fake News bleiben sehr vage, es werden keine Namen oder genauen Orte genannt. Dadurch kann der Wahrheitsgehalt nicht so einfach überprüft werden.

Lässt sich der Inhalt per Suchmaschine doch recherchieren, stellen Sie eventuell fest, dass gewisse Informationen bewusst ausgelassen wurden, um den Sachverhalt in eine bestimmte Richtung zu lenken. Für andere Falschmeldungen werden Personen, Institutionen, Studien etc. schlichtweg erfunden – auch dies kann beispielsweise eine Google-Suche ans Licht bringen oder ein Blick auf sogenannte Faktenchecker-Seiten (siehe unten). Vielleicht wurde die Meldung dort bereits als Fake enttarnt.

3. Welche Absicht steckt dahinter?

Bei einer Online-Meldung mit reißerischer Schlagzeile, aber sonst wenig sachlichem Inhalt, geht es eventuell nur um viele Klicks, die den Seitenbetreibern fette Werbe-Einnahmen bringen sollen. Ob diese Fake News vom Leser geglaubt wird, ist weniger wichtig, vielmehr soll sich schnell verbreiten und für große Aufmerksamkeit sorgen.

Passen die Aussagen nicht zur aktuellen Informationslage, könnten auch politische Interessen dahinterstehen; um beispielsweise die gesellschaftliche Stimmung und Meinung zu beeinflussen.

4. Welches Bildmaterial wird verwendet?

Durch eine drastische Bildsprache fallen Berichte schneller ins Auge. Vorsicht ist geboten, wenn Bildnachweise und Bildunterschriften fehlen – eventuell handelt es sich um ein überzogenes Stockfoto oder anderes Bild, das gar nichts mit der Meldung an sich zu tun hat. Um den Ursprung zu recherchieren, können Sie die Google-Bildsuche („Bilder-Rückwärtssuche“) nutzen.

Bilder und auch Videos lassen sich mit den entsprechenden Programmen manipulieren und verfälschen – sie sollten daher nicht per se als Beweis für den Wahrheitsgehalt der Meldung angesehen werden.

Video zum Thema Fake News

Zum Aktivieren des Videos müssen Sie auf den Link unten klicken. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.


Video aktivieren

5. Wie aktuell sind die Informationen?

Es sollte ersichtlich sein, von wann die Informationen, Studien etc. stammen. Ältere Quellen können zwar verwendet werden, jedoch rücken neuere Zahlen oder Erkenntnisse den Sachverhalt eventuell in ein ganz anderes Licht. Daher aktualisieren und ergänzen seriöse Internetseiten regelmäßig ihre Inhalte.

6. Wie seriös sind die Quellen?

Ist die Originalquelle der Nachricht transparent wiedergegeben oder lässt sich schnell ausfindig machen? Bestätigen andere, seriöse Quellen wie Seiten der Bundesregierung oder große Nachrichtenportale die Information oder gibt es starke Widersprüche? Eventuell stammen die Informationen oder Studien auch aus dem Ausland und Übersetzungsfehler könnten zu einer Falschmeldung führen.

So manche Fake News wird jedoch bewusst als „Geheimtipp“ (beispielsweise über Messenger-Dienste wie WhatsApp) verbreitet, der den Medien noch nicht bekannt ist. Wenn als Quelle auf angebliche Bekannte oder Fachleute ohne explizite Namensnennung verwiesen wird, sollten Sie genauso vorsichtig sein wie bei komplett anonymen Quellen.

7. Wer ist der/die Verfasser*in bzw. Herausgeber*in?

Namentlich genannte Autor*innen lassen sich über Suchmaschinen und Social Media in vielen Fällen ausfindig machen. Hier ist interessant, zu welchen Themen sie bereits veröffentlicht haben. Eventuell können Sie dadurch Rückschlüsse auf die Kompetenz, Intention, mögliche Parteilichkeit etc. ziehen.

Ebenso sollten Sie die Herausgeber*innen bestimmter Informationen unter die Lupe nehmen. In Deutschland besteht Impressumspflicht für alle kommerziellen Online-Angebote, die nicht rein persönlichen oder familiären Zwecken dienen. Ein Blick auf dieses Impressum gibt Aufschluss über den Betreiber – dort müssen Ansprechpartner*innen, Postanschrift und E-Mail-Kontakt gelistet sein. Handelt es sich um eine Privatperson, Organisation, Firma oder Partei, die bestimmte Interessen vertreten?

So grenzen Sie die Verbreitung von Fake News ein

Fake News sind oft so verfasst, dass sie starke emotionale Reaktionen (Angst, Unverständnis, Ärger etc.) hervorrufen. Viele Nutzer*innen handeln dann direkt, kommentieren oder leiten die Fake News sofort weiter.

Versuchen Sie jedoch gerade in solchen Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren und die Meldung erst zu hinterfragen. Leiten Sie nichts weiter, ohne sich zumindest einige der oben genannten Fragen zu stellen.

Lesen Sie die Nachricht komplett. Leiten Sie keine Meldungen weiter, von denen Sie nur die Überschrift gelesen haben – auch wenn die Nachricht bereits oft geteilt wurde.

Fragen Sie sich ebenfalls, ob die Nachricht anderen eventuell schaden könnte. Handelt es sich dabei um Hassrede, eine sogenannte Hate Speech?

Sprechen Sie Freunde und Bekannte darauf an, wenn diese Fake News teilen.

Machen Sie Personen und/oder Institutionen darauf aufmerksam, wenn sie Teil einer Falschmeldung sind.

 

Faktenchecker-Seiten

Sind Sie auf eine Falschmeldung gestoßen, melden Sie diese bei Fakenchecker-Webseiten – eine Auswahl:

  • Redaktionen von etablierten Medien (z. B. ARD Faktenfinder)
  • correctiv.org/faktencheck
  • Mimikama.at 
  • Hoaxmap.org

Quellen und weitere Informationen

  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • Sicher-im-Netz.de
  • Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Letzte Aktualisierung

23.05.2022

Aktuelles aus dem Bistum

Video zur „Aktionswoche Schuldnerberatung“ veröffentlicht

Limburg/Frankfurt/Wiesbaden/ Westerwald/Rhein-Lahn - Schon wieder eine Rechnung und drei Mahnungen. Die Briefe. Die vielen Briefe. Sie hätten sich schon längst kümmern müssen. Tom und Susi, so heißen die Protagonisten in einem neuen Erklär-Video, sind überschuldet. Pünktlich zur Aktionswoche Schuldnerberatung vom 30. Mai bis zum 5. Juni haben die Schuldnerberatungsstellen der Caritas im Bistum Limburg ein eigenes Erklärvideo zum Thema veröffentlicht. Die Aktionswoche steht in diesem Jahr unter dem Motto "... und plötzlich überschuldet". Das Video mit Zeichentrick-Charakter erklärt anschaulich, an wen man sich wenden kann, wie eine Schuldnerberatung abläuft, welche Unterlagen gebraucht werden und wie die Beraterinnen und Berater Hilfesuchenden zur Seite stehen.

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