20.06.2022

Das 9-Euro-Ticket als Chance

MAIN-TAUNUS - Der Caritasverband Main-Taunus e.V. nimmt die Aktion der 9-Euro-Tickets zum Anlass, um für Spenden für die Mobilität von Wohnungslosen aufzurufen. Diese Menschen sind häufig mit Bus und Bahn unterwegs, um die verschiedenen Hilfsangebote zu nutzen, so z.B. das Haus Sankt Martin am Autoberg in Hattersheim. Die integrierte Caritas-Einrichtung bietet Tagesaufenthalt, Beratung, Übernachtung sowie Betreutes Wohnen für Wohnungslose.

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Mobilität für Wohnungslose: Caritas Main-Taunus ruft zu Spenden auf 

 

Nicht nur an kalten Tagen sind die Obdachlosen auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen. Das Leben auf der Straße fordert ihnen ein hohes Maß an Mobilität und Flexibilität ab. Das Geld für den Fahrschein können sie sich oft nicht leisten, sie werden beim „Schwarzfahren“ erwischt, müssen dann nicht nur die erhöhten Beförderungsentgelte entrichten (die sich letztlich als Schulden anhäufen), sondern riskieren außerdem empfindliche Geldstrafen, die sie dann jedoch nicht bezahlen können.

 

„Aus dieser Spirale kommen sie schwer wieder raus“, berichtet Einrichtungsleiter Klaus Störch. „Wir können nur versuchen zu erreichen, dass die Geldstrafen mit gemeinnütziger Arbeit oder die Strafen in Raten abgezahlt werden können.“ Sollte das nicht möglich sein, bedeutet das für die Menschen ein Aufenthalt im Gefängnis. Eine Nacht in der JVA kostet den Steuerzahler rund 160 Euro. Der Pädagoge fordert schon seit Jahrzehnten das Ende der Kriminalisierung.

 

 

Ihr Kontakt

Julia Fischer

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Vincenzstraße 29
65719 Hofheim am Taunus

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schätzt, dass von den rund 420.000 Wohnungslosen in Deutschland bis zu 2.000 Menschen pro Jahr sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen wegen Fahrens ohne Fahrschein im öffentlichen Nahverkehr verbüßen.

„Das 9-Euro-Ticket ist ein guter Anlass und würde für die Betroffenen zumindest zeitweise eine große Erleichterung bedeuten, aber wir müssen hier längerfristig und nachhaltig denken. Mit dem Ende des Aktionszeitraums des 9-Euro-Tickets würde auch die Mobilität der Wohnungslosen enden. Daher haben wir uns dazu entschieden, eine Spendenaktion nach dem Motto ,Mobilität im ÖPNV – auch für Wohnungslose‘ zu starten“, erklärt Torsten Gunnemann, Vorstand des Caritasverbandes Main-Taunus.

„Wer diese unterstützen möchte, nutzt einfach den QR-Code der Spendenaktion oder den Link zu unserem online Spendenformular. Alternativ und klassisch, ist auch eine Überweisung des Betrages X auf das Caritas-Spendenkonto mit dem Verwendungszweck ‚Mobilität für Wohnungslose‘ möglich,“ so Gunnemann.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus Sankt Martin werden die Fahrscheine kaufen und an die obdachlosen Menschen verteilen. „Wir hoffen, dass sich viele Menschen an der Spendenaktion beteiligen und wir so dazu beitragen können, dass wohnungslose Menschen mit gültigem Ticket Zugfahren können“, berichtet Klaus Störch.

Letzte Aktualisierung

21.06.2022

Aktuelles aus dem Bistum

#30unter30: Stiftungsnachwuchs fördern

Limburg – Vom 28. bis 30. September 2022 findet in Leipzig der diesjährige Deutsche Stiftungstag statt. Die Initiative #30unter30 bietet 30 jungen Menschen unter 30 Jahren die Möglichkeit, kostenfrei an dem diesjährigen Stiftungstag teilzunehmen. In Workshops und in Begegnungen mit anderen Expert*innen aus der Branche, können sie aktiv Netzwerken und lernen, was es Neues im Bereich Stiftungswesen gibt.

Video zur „Aktionswoche Schuldnerberatung“ veröffentlicht

Limburg/Frankfurt/Wiesbaden/ Westerwald/Rhein-Lahn - Schon wieder eine Rechnung und drei Mahnungen. Die Briefe. Die vielen Briefe. Sie hätten sich schon längst kümmern müssen. Tom und Susi, so heißen die Protagonisten in einem neuen Erklär-Video, sind überschuldet. Pünktlich zur Aktionswoche Schuldnerberatung vom 30. Mai bis zum 5. Juni haben die Schuldnerberatungsstellen der Caritas im Bistum Limburg ein eigenes Erklärvideo zum Thema veröffentlicht. Die Aktionswoche steht in diesem Jahr unter dem Motto "... und plötzlich überschuldet". Das Video mit Zeichentrick-Charakter erklärt anschaulich, an wen man sich wenden kann, wie eine Schuldnerberatung abläuft, welche Unterlagen gebraucht werden und wie die Beraterinnen und Berater Hilfesuchenden zur Seite stehen.

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