30.04.2021

7 Fragen, die Fake News entlarven können

BISTUM LIMBURG – Emotional besetzte Themen, reißerische Botschaften, drastische Bildsprache, veraltete Informationen, exklusive Inhalte von anonymen Quellen… es gibt zahlreiche Anhaltspunkte, um Falschmeldungen, so genannte Fake News, zu erkennen.

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Die Digitalisierung hat eine Flut an neuen Nachrichten-Kanälen gebracht: Meldungen werden über E-Mails, Blogs, Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste verbreitet.

 

Die Vielfalt stellt Nutzerinnen und Nutzer jedoch vor die Herausforderung, selbst entscheiden zu müssen, welche Information vertrauenswürdig ist und welche eventuell eine Falschmeldung darstellen könnte.

 

Von Wahlkämpfen über die Corona-Pandemie: Obwohl Fake News immer wieder entlarvt und angeprangert werden, hat das Prinzip oftmals Erfolg. Zahlreiche Desinformationen übernehmen die Darstellungsweisen des Journalismus für Glaubwürdigkeit bis zur Perfektion, manipulieren Bild- und Videomaterial so geschickt, dass viele Nutzer*innen in die Irre geführt werden: Sie verbreiten die Meldungen spontan und reagieren emotional, ohne die Inhalte, Quellen und Herkunft kritisch zu hinterfragen.

 

Fake News zu erkennen, ist nicht immer einfach – aber es gibt einige Punkte, die Sie in der täglichen Mediennutzung beachten sollten. Stellen Sie sich die folgenden Fragen und lesen Sie unsere Tipps, denn eine gesunde Skepsis hilft dabei, die Verbreitung von Fake News zu begrenzen.

 

Ihr Kontakt

Mirjam Blake-Miethe

Team Spenden Stiften Strahlen
Über der Lahn 5
65549 Limburg an der Lahn

1. Ist die Meldung seriös gestaltet?

Eine reißerische Botschaft, schlechte Rechtschreibung, viele Ausrufe- und Fragezeichen, wenig faktischer Inhalt, viel Meinung – all diese Merkmale sprechen für einen fragwürden Bericht. Dazu kommen Widersprüche in der Argumentation, Übertreibungen, Verallgemeinerungen, Verharmlosungen, Polarisierung und Einseitigkeit.

Seriöse Meldungen zeichnen sich durch Sorgfältigkeit in der Sprache, korrektes Zitieren, die Verwendung von aktuellen Zahlen und Informationen aus verlässlichen Quellen und eine klare Kennzeichnung von Meinungen sowie die Ausgewogenheit von Positionen aus.

2. Worauf bezieht sich der Inhalt?

Manche Fake-News bleiben sehr vage, es werden keine Namen oder genauen Orte genannt. Dadurch kann der Wahrheitsgehalt nicht so einfach überprüft werden.

Lässt sich der Inhalt per Suchmaschine doch recherchieren, stellen Sie eventuell fest, dass gewisse Informationen bewusst ausgelassen wurden, um den Sachverhalt in eine bestimmte Richtung zu lenken. Für andere Falschmeldungen werden Personen, Institutionen, Studien etc. schlichtweg erfunden – auch dies kann beispielsweise eine Google-Suche ans Licht bringen oder ein Blick auf sogenannte Faktenchecker-Seiten (siehe unten). Vielleicht wurde die Meldung dort bereits als Fake enttarnt.

3. Welche Absicht steckt dahinter?

Bei einer Online-Meldung mit reißerischer Schlagzeile aber sonst wenig sachlichem Inhalt geht es eventuell nur um viele Klicks, die den Seitenbetreibern fette Werbe-Einnahmen bringen. Ob diese Fake News vom Leser geglaubt wird, ist weniger wichtig, sie soll sich jedoch verbreiten und für große Aufmerksamkeit sorgen.

Passen die Aussagen nicht zur aktuellen Informationslage, könnten auch politische Interessen dahinterstehen; beispielsweise die gesellschaftliche Stimmung und Meinung zu beeinflussen.

4. Welches Bildmaterial wird verwendet?

Beachtung erlangen Berichte oft über eine drastische Bildsprache. Vorsicht ist geboten, wenn Bildnachweise und Bildunterschriften fehlen – eventuell handelt es sich um ein überzogenes Stockfoto oder anderes Bild, das gar nichts mit der Meldung an sich zu tun hat. Um den Ursprung zu recherchieren, können Sie die Google-Bildsuche („Bilder-Rückwärtssuche“) nutzen.

Bilder und auch Videos lassen sich mit den entsprechenden Programmen manipulieren und verfälschen – sie sollten daher nicht per se als Beweis für den Wahrheitsgehalt der Meldung angesehen werden.

 

Video zum Thema Fake News

Zum Aktivieren des Videos müssen Sie auf den Link unten klicken. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.


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5. Wie aktuell sind die Informationen?

Es sollte ersichtlich sein, von wann die Informationen, Studien etc. stammen. Ältere Quellen können zwar verwendet werden, jedoch rücken neuere Zahlen oder Erkenntnisse den Sachverhalt eventuell in ein ganz anderes Licht. Daher aktualisieren und ergänzen seriöse Internetseiten regelmäßig ihre Inhalte.

6. Wie seriös sind die Quellen?

Ist die Originalquelle der Nachricht transparent wiedergegeben oder lässt sich schnell ausfindig machen? Bestätigen andere, seriöse Quellen wie Seiten der Bundesregierung oder große Nachrichtenportale die Information oder gibt es starke Widersprüche? Eventuell stammen die Informationen oder Studien auch aus dem Ausland und Übersetzungsfehler könnten zu einer Falschmeldung führen.

So manche Fake News wird jedoch bewusst als „Geheimtipp“ (z. B. über Messenger-Dienste wie WhatsApp) verbreitet, der den Medien noch nicht bekannt ist. Wenn als Quelle auf angebliche Bekannte oder Fachleute ohne explizite Namensnennung verwiesen wird, sollten Sie ebenso vorsichtig sein wie bei komplett anonymen Quellen.

7. Wer ist der/die Verfasser*in bzw. Herausgeber*in?

Namentlich genannte Autor*innen lassen sich über Suchmaschinen und Social Media in vielen Fällen ausfindig machen. Hier ist interessant, zu welchen Themen sie bereits veröffentlicht haben. Eventuell können Sie dadurch Rückschlüsse auf die Kompetenz, Intention, mögliche Parteilichkeit etc. ziehen.

Ebenso sollten Sie die Herausgeber bestimmter Informationen unter die Lupe nehmen. In Deutschland besteht Impressumspflicht für alle kommerziellen Online-Angebote, die nicht rein persönlichen oder familiären Zwecken dienen. Ein Blick auf dieses Impressum gibt Aufschluss über den Betreiber – dort müssen Ansprechpartner, Postanschrift und E-Mail-Kontakt gelistet sein. Handelt es sich um eine Privatperson, Organisation, Firma, Partei, die bestimmte Interessen vertreten?

Tipps: So grenzen Sie die Verbreitung von Fake News ein

Fake News sind oft so verfasst, dass sie starke emotionale Reaktionen (Abscheu, Unverständnis, Ärger etc.) hervorrufen. Viele Nutzer*innen handeln dann direkt, kommentieren oder leiten die Fake News sofort weiter.  Versuchen Sie jedoch gerade in solchen Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren und die Meldung erst zu hinterfragen. Leiten Sie nichts weiter, ohne sich zumindest einige der oben genannten Fragen zu stellen.

Lesen Sie die Nachricht komplett. Leiten Sie keine Meldungen weiter, von denen Sie nur die Überschrift gelesen haben – auch wenn die Nachricht bereits oft geteilt wurde. Fragen Sie sich auch, ob die Nachricht anderen eventuell schaden könnte. Handelt es sich dabei vielleicht um Hassrede („Hate Speech“)?

Sprechen Sie Freunde und Bekannte darauf an, wenn diese Fake News teilen. Machen Sie Personen und/oder Institutionen darauf aufmerksam, wenn diese Teil einer Falschmeldung sind.

Sind Sie auf eine Falschmeldung gestoßen, melden Sie diese bei Fakenchecker-Webseiten (siehe unten) und/oder Diensten wie Facebook und Google, der Internet-Beschwerdestelle.de sowie Hass-im-Netz.info/melden.

 

Faktenchecker-Seiten:

  • Redaktionen von etablierten Medien (z. B. ARD Faktenfinder)
  • correctiv.org/faktencheck
  • Mimikama.at 
  • Hoaxmap.org

 

Quellen und weitere Informationen:

  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • Sicher-im-Netz.de
  • Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

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30.04.2021

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